Dem Herzen mehr Raum geben

02.01.2015

 

Wir Menschen suchen in unserem Inneren nach Befreiung und im Aussen nach helfenden Mitteln diese Selbstbefreiung zu erreichen. Befreiung ist heute für viele Menschen ein zentrales Thema und heisst zum einen „Altes“ loszulassen und zum anderen neue Impulse, die aus dem Inneren aufsteigen, zuzulassen.


Mit dem folgenden Text möchten die Engel den Impuls in uns hineinlegen, uns mit vermehrter Liebe und Aufmerksamkeit unserem Herzen zuzuwenden.


Unsere Herzen werden im Allgemeinen zu wenig wahrgenommen; sie sehnen sich nach mehr Liebe und Aufmerksamkeit.

Wie ist ein Mensch unterwegs, dem das Bewusstsein von seinem Herzen und den ihm innewohnenden Impulsen fehlt? Er ist mit sich selbst nicht wirklich in Kontakt, denn das Herz ist unsere „Selbstwahrnehmungszentrale“.


Unser Herz steht in seiner Bedeutung über dem Kopf! Unser Wesenskern befindet sich im Herzen! Der Kopf ist bezüglich unseres Persönlichkeitskerns eine Art Aussenstation. (Selbstverständlich geht es nicht darum den Kopf mit seinen vielen Qualitäten zu verneinen. Die Fähigkeit zur Übersicht, zur Klarheit und zur Zielgerichtetheit sind nur ein paar der vielen Qualitäten, die uns der Kopf zur Verfügung stellt.)


Wenn wir keinen Kopf haben, fehlt es uns an Bewusstsein. Haben wir kein Herz fehlt es uns an...? Liebe? Wärme? Zuversicht? Hoffnung? Und…?


Ohne dass wir uns etwas vormachen: können wir unser Herz sehen, wenn wir uns selbst liebevoll in die Augen schauen, oder was sehen wir in unseren Augen?


Unser Herz ist keine Maschine, unser Herz ist ein lebendiges Wesen. Dieses Wesen braucht unsere Aufmerksamkeit, unsere Liebe und unsere Sorgfalt.


Nehmen wir uns einen Moment Zeit und fragen wir uns: wie geht es uns dabei, wenn wir mit unserem Herzen in einen warmen Kontakt kommen?


Die meisten Menschen, die mit einer Therapie anfangen, haben keinen Bezug zu ihrem Herzen, geschweige denn zu ihrem Bauch. Sie sind sich vielleicht bewusst, was sie denken, manche, was sie fühlen und manche auch, was sie wollen oder nicht wollen. Trotzdem fehlt ihnen die Möglichkeit mit dem eigenen Herzen ein Gespräch führen zu können.


Durch meine Arbeit habe ich häufig Gelegenheit zu erleben, wie es den Herzen geht und was sie „zu sagen“ haben. Den meisten Herzen geht es nicht gut. Sie fühlen sich häufig übergangen und sind traurig darüber, dass ihre Impulse nicht wahrgenommen werden.


Der folgende Gedanke ist wesentlich: wir Menschen sind nicht einheitlich organisiert. Wir tragen viele, sich wiedersprechende Impulse, Gedanken und Gefühle in uns. Auf seelischer Ebene können wir von einem Durcheinander sprechen. Unaufgeräumtes gibt dem Aufgeräumten die Hand und alles wirbelt wild und chaotisch durcheinander.


Hier kommt dem Herzen eine zentrale Rolle zu:
Das Herz will alles in die Einheit führen.
Das Herz hat den Impuls, alles mit Hilfe von Liebe, Harmonie und Ausgeglichenheit, zu verbinden.
Das Herz IST Liebe.


In seiner Vormachtposition vermag das Herz Wunder zu wirken. Doch leider wird das selten zugelassen.


Wieso gibt es in der Schule nur Noten für Leistung und Wissen? Wieso erhält nicht jedes Kind einen Ausweis bezüglich seiner Herzqualitäten? Weil man diese nicht messen kann? Weil die Herzensqualitäten jenseits von Leistung und Wissen entstehen?


Je mehr wir uns mit Leistung und Wissen identifizieren, umso mehr gehen die Herzqualitäten verloren, denn diese entfalten sich im „Loslassen“. „Loslassen“ ist das Zauberwort, wenn es um die Entfaltung der Herzkräfte geht. „Loslassen“ bedeutet, sich in den eigenen (Seelen-) Atem fallen zu lassen, es bedeutet „ins Herz zu rutschen“ und von aussenbestimmten Impulsen abzulassen. Ein schönes Herz zeigt sich nicht in erbrachten Leistungen und im angeeigneten Wissen. Ein schönes Herz zeigt sich in der Fähigkeit „zu sein“; ohne Wenn und Aber im Hier und Jetzt zu sein.


Wenn ich auf die Strasse gehe, sehe ich aus den Augen der mir entgegenkommenden Menschen ihre „Herzen leuchten“. Alle diese Menschen „schwingen“ im Hier und Jetzt und sind präsent im Augenblick. Und ich kann ihnen auf der Herzebene begegnen im Hier und Jetzt! Es wäre schön, wenn dem so wäre! Doch das ist leider nicht der Fall. Wir können schon froh sein, wenn es in unseren Beziehungen und Freundschaften Momente der Begegnung gibt, in denen die Herzen präsent sind.

 

Werden wir uns bewusst, wie es unseren Herzen geht. Lauschen wir täglich immer wieder in Richtung unseres Herzens mit der Frage: „Und was meinst du? Ist es dir recht, wenn ich mich für dies oder jenes entscheide? Willst auch du, dass ich die Karriereleiter hochklettere?“ Bei allen Dingen, die unser Leben betreffen, würde das Herz gerne mitreden. Dies erfordert, sich dem Tempo der heutigen Zeit entgegenzustellen und entspannt nach innen zu lauschen. Es benötigt ein gewisses Training, das eigene Herz und seine Impulse wahrzunehmen.


In der heutigen Zeit fallen die Dinge auseinander und vereinzeln sich. Das ist im Aussen überall zu beobachten, aber auch im eigenen Innern: Kopf und Herz entfremden sich, Gefühls- und Willensimpulse fallen auseinander etc.


Diese Tendenz können wir nicht verhindern. Für uns selber aber kann es von Bedeutung sein zu wissen: auch wenn das Trennungsbewusstsein immer stärker wird und vieles in die Vereinzelung rutscht, in unserem Herzen ist die Energie des Verbindens, des Integrierens, des Zusammenfügens und des Heilens gegeben. Unser Herz schenkt uns diese wertvolle Kraft, denn diese Kraft entspricht seiner Natur.


Schade, wenn wir diese Herzensquelle brachliegen lassen und uns vom Leben leben lassen. Es gibt viele Übungen und Meditationen, die uns helfen könnten, diese Quelle zu nutzen.
Wer sich entscheiden will, kann dies noch heute tun: „Mein Herz ist Trumpf!“.
Wir können das Herz bewusst über alles andere stellen und Mittel und Wege suchen, dies zu manifestieren!


Vom Herzen gehen Heilimpulse aus; es möchte zusammenfügen, was die heutige Zivilisation auseinanderreisst, gerade auch in uns. Deswegen darf das Herz über allem stehen: seine Qualität und Kraft ist das nötige Gegengewicht zu den vielen destruktiven Kräfte mit denen wir heute im Innen und Aussen konfrontiert werden.


Den Weg zum eigenen Herzen zu gehen, hat nichts mit Sentimentalität oder „überall und immer Liebe und Güte zum Ausdruck bringen wollen“ zu tun. Es geht dabei nicht darum, irgendwelchen moralischen oder spirituellen Dogmen zu dienen. Es geht dabei um Selbsterfahrung und Selbstbefreiung.
Es ist viel Arbeit. Als erstes steht der Schritt an, die Erkenntnis zuzulassen, die für die meisten von uns gilt: „Was sind wir doch Herz-fremd geworden in unserem Leben!“

„Wach auf, oh Mensch und erkenne, wer du bist. Dies gibt dir die Möglichkeit zu erkennen, was du werden möchtest. Wach auf, oh Mensch!
Wir Engel sind da, dich zu unterstützen.“


Wie kann ich die Impulse aufdecken, die ich aus der geistigen Welt mitgebracht habe?
„Es gibt tausend Impulse und noch mehr, die ich aus der geistigen Welt mitgebracht habe, um sie in diesem Leben zu manifestieren!“
„Es gibt einen zentralen Impuls, den ich mitgebracht habe.“
Welche Aussage ist dir näher?


Ich glaube, dass wir mehrere Impulse mitbringen, manche davon liegen brach und andere befinden sich schon in der Entfaltung.
Doch ein wesentlicher Impuls, den jede Seele mitbringt, wenn sie auf die Erde kommt ist der Folgende: sie will weiterkommen in ihrer Entwicklung. Sie will entscheidende Schritte zu ihrer Vervollkommnung unternehmen.


Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu mehr Vollkommenheit ist ganz sicher das Aufdecken der göttlichen Kraft, die verborgen im Herzen liegt. Diese göttliche Kraft im Herzen will freigelegt und erfahren werden. Stellen wir dieses höchste aller Entwicklungsziele der Seele doch kurz beiseite und schauen wir uns zwei Beispiele an.


Nehmen wir beispielsweise an, eine Seele hat in ihrem vorherigen Leben sehr einsam und zurückgezogen gelebt. Im aktuellen Leben will sie einen Ausgleich schaffen und sich den herausfordernden Stürmen der Aussenwelt stellen.


Eine andere Seele hat in vielen Leben Erfahrungen im Helfen und Heilen und im „für andere Menschen da sein“ gesammelt und es zieht sie im aktuellen Leben dahin, zu lernen, für sich selbst zu sorgen.
Betrachten wir unser Leben einmal in Ruhe von aussen. Was haben wir in den verschiedenen Lebensabschnitten zum Ausdruck gebracht? Welche tieferen Seelenanliegen verbergen sich hinter unseren Erlebnissen und Taten von damals? Wir werden meistens, wenn wir tief genug gehen, eine Art „Suchen“ entdecken. Hinter vielen Erfahrungen und Taten unserer vergangenen Lebensstationen zeigt sich ein „Suchen“.


Ein Suchen wonach? Wir suchen in der Welt UNS SELBST. Wenn das stimmt, welche Anteile unseres Wesens haben wir verloren, die es zu suchen gilt?


Ich gehe davon aus, dass wir uns selbst verlieren, wenn wir uns hier auf der Erde inkarnieren. Wir haben viel erlebt in früheren Leben und wir bringen Impulse mit aus der geistigen Welt, doch all das ist während unseres Inkarnationsprozesses in ein grosses Vergessen abgetaucht.
Was wir in diesem Leben von uns selbst erfahren, entspricht nur einem kleinen Baustein unseres gesamten Wesens. Die Erlebnisse der Vergangenheit sind entschwunden.


Und nun zu unserem Thema: wir suchen nach dem was verloren gegangen ist während dem Übertritt in dieses Leben. WIR SUCHEN NACH DEM, WAS WIR IN DIESEM LEBEN VERWIRKLICHEN WOLLEN.
Indem wir die Impulse verwirklichen, die wir aus der geistigen Welt mitgebracht haben, verwirklichen wir uns selbst.


Gibt es auch Leben, in denen es uns nicht gelingt, unsere Impulse zu verwirklichen? Ja, diese Leben gibt es. Die „alte“ Seele hat viele Leben auf dem Buckel, in denen sie die Hindernisse nicht wegräumen konnte, die ihrer Selbstvervollkommnung im Wege standen. In diesen Leben haben wir die immer gleichen Muster wiederholt und dieselben Themenkomplexe in unterschiedlichen Varianten „durchgespielt“.
Bezüglich dieser wiederholten Leben, die keinen erkennbaren Fortschritt aufweisen, ist unbewusst sehr viel Resignation vorhanden.


Und nun zu unserem individuellen Anliegen für dieses Leben. Innere Ruhe und Zufriedenheit können Ausdruck dafür sein, dass wir die inneren Impulse dieses Lebens manifestieren.
Vielleicht war es uns wichtig, uns in diesem Leben zu beweisen, dass wir eine gute Mutter sein können.
Oder wir wollten in diesem Leben einmal kräftig auf die Pauke hauen und haben das auch getan.
Oder manche haben den Impuls, sich von klebrigen Altlasten aus früheren Leben zu befreien.


In jedem Fall kann es sich lohnen, sich in einem stillen Moment die Frage zu stellen: „Bin ich im Einklang mit dem, was ich aus der geistigen Welt als Impuls mitgebracht habe“?


Manches in unserem Leben können wir verbessern, doch hier geht es um die Frage nach dem Wesentlichen. Es wäre für jeden von uns schön, mit diesem Wesentlichen mehr und mehr in Beziehung zu treten und ihm Raum geben zu können im eigenen Leben.


Wenn wir in einer stillen Stunde (die heiligen Nächte, die sich am 6. Januar wieder für ein Jahr verabschieden, laden uns dazu ein) unser Leben als Gesamtes betrachten, können wir uns noch für eine weitere Frage öffnen: „Wenn ich in diesem Leben sterben werde, stehen die Chancen gut, dass ich das Gefühl haben werde, mein Leben gelebt zu haben und die Möglichkeiten, die dieses Leben mir geboten hat, voll ausgeschöpft zu haben?“


Denn die Welt verändert sich. Wenn wir ein nächstes Mal inkarnieren sind die Möglichkeiten, die die Welt uns bietet vielleicht nicht mehr dieselben.


Zwei Fragen also für eine stille Stunde jetzt in der Jahresübergangszeit: „Können die Impulse, die ich aus der geistigen Welt mitbringe in mein aktuelles Leben fliessen
und lebe ich mein Leben so, dass ich am Ende des Lebens das Gefühl haben kann, mein Leben gelebt zu haben?“


In diesem Sinn wünsche ich euch allen von Herzen ein gutes „auf die Impulse zugehen“, die euch im 2015 von innen und von aussen zugetragen werden. Wer weiss, vielleicht zeigen sich im dem einen oder anderen Impuls vorgeburtliche Kräfte, die auf die wahre Bestimmung in diesem Leben hinweisen.
Herzlichst
Anita