Der therapeutische Prozess

02.02.2015

 

Der Mensch lebt heute in einer Welt voller Illusionen und versucht daraus Nahrung für seine Seele zu ziehen. Diese Nahrung aber ist schal und lässt die Seele unbefriedigt und leer zurück.


Es gibt ein kleines Mittel, um der Seele gute, bekömmliche Kost zu zuführen: die Selbstanerkennung. Damit gelingt es, Defizite im Inneren ausgleichen, die schon lange auf unsere Liebe gewartet haben.
„Im Herzen angekommen sein“, bedeutet noch lange nicht die Befreiung des spirituellen Herzens. Es gibt einen Unterschied zwischen „ich als Mensch ruhe in meinem Herzzentrum und fühle mich verbunden mit mir und meinem Sein“ und dem Erlebnis „Gott wirkt in meinem Herzen“.


Aber auf der Basis des „im Herzen Angekommen-Seins“ und der damit verbundenen inneren Zentrierung können wir uns für den Gottesstrom im Herzen öffnen. Wenn wir diesen Strom wahrnehmen und ihn frei fliessen lassen sind wir von Gottes Liebesstrom durchdrungen.

Gottes Licht- und Liebesstrom im Herzen zu befreien hat eine wesentliche Bedeutung für unsere Seele. Viele Menschen fühlen sich in der heutigen Zeit in ihrem Herzraum unterernährt. Gottes Licht und Liebe als realen Kraftstrom im eigenen Herzen (Herzchakra) zu erleben, bedeutet, sich eine nährende Quelle zu erschliessen. Daraus erwächst Selbstliebe.


Kleine Übung: ziehen wir uns zurück in unseren Herzraum (Herzchakra, Brustbein Brust) und schliessen für einen Moment die Augen. Atmen wir ruhig und entspannt in den Bauch und nehmen wir die Liebe wahr, die im Atem wirkt. In jedem Atemzug wirkt Liebe. Atmen wir einige Minuten im Bewusstsein „in jedem Atemzug wirkt Liebe“. Nun öffnen wir die Augen und atmen weiter in dem Bewusstsein „in jedem Atemzug wirkt Liebe“.


Diese kleine Übung in den Alltag integriert, erlaubt es uns, immer wieder in uns selbst anzukommen.
Wer von uns hat schon als Kind genügend Bestätigung und Liebe bekommen von den Eltern, den Lehrern und den Mitmenschen?


Diese „Löcher“ in der Tiefe des Inneren Kindes können eher durch liebevolle Worte von uns „gestopft“ werden, als durch anerkennungsheischende Taten im Aussen. Anerkennung, die im Aussen gesucht wird, kann selten die Defizite im Innern füllen.


Menschen, die sich immer nur auf das Äussere stützen und dabei ausser Acht lassen, dass ihre Seele ein lebendiges Wesen ist und Nahrung braucht, verkümmern im Innern. Dieses Phänomen tritt heute sehr häufig auf, leider schon bei Kindern. Sie wären besonders auf „Seelennahrung“ angewiesen, da sich ihre Seele erst einen Weg bahnen muss, um sich mit dem Körper verbinden zu können. Die notwendige aufbauende und stärkende Nahrung für die Seele findet sich weder im Fernsehen, noch in einem Computerspiel. Diese Nahrung findet sich in erster Linie im liebenden Herzen der Erwachsenen, die für das Kind sorgen.


Zurück zu unserem Inneren Kind: seien wir für unser Inneres Kind liebevolle Erwachsene, die es beständig füttern mit den liebe- und seelenvollen Worten der Anerkennung: „Das hast du heute aber gut gemacht, mein Schatz!“ oder mit tröstenden Worten: „Ach, mein Liebling, sei nicht traurig. Peter wollte dich sicher nicht bewusst verletzen.“


Über diese Selbstgespräche bauen wir einen liebevollen Kontakt zu unserem Inneren Kind auf, das sich dadurch wahrgenommen fühlt. Dieser Selbstkontakt führt mit der Zeit zur Begegnung mit der eigenen Seele. Die integrierten Inneren Kindanteile verwandeln sich in der Folge zu Seelenlicht. Ein warmes, goldenes Licht umhüllt geistig die Menschen, die ihr Inneres Kind integriert haben.


Die Integration des Innern Kindes umfasst die Heilung alter Verletzungen, die wir als Kind in vielen Leben erfahren haben. Langjährige, intensive Arbeit an der eigenen Seele geht dieser Integration voraus.


Denn solange ich Gott in mir nicht aufgesucht und gefunden habe, hat mein Leben keine wirkliche Bedeutung.


- Wir Menschen befinden uns im Aufbruch zu uns selbst. - Jeder Mensch sucht sich selbst. - Jeder Mensch hat grosse Sehnsucht danach, sich selbst zu finden. Aber auch:
- Jeder Mensch ist sich selbst entfremdet. - Jeder Mensch möchte zu sich nach Hause, findet aber nur schwer den Weg. - Jeder Mensch trägt die Gefahr der Selbstentfremdung in sich.
Ich bin durch viele Höhen und Tiefen gewandert, doch immer habe ich zurück gefunden zu mir.
Ich bin durch viele Dinge abgelenkt worden, doch das Wesentliche habe ich nie aus den Augen verloren.


Mein Herz habe ich gefunden in allen Dingen, die mir von aussen zugetragen wurden.
Und doch, heute bin ich einsamer und unzufriedener denn je. Denn das Eine habe ich nicht gefunden: Gott in mir.


Wie schleichendes Gift wartet die Möglichkeit der Selbstentfremdung vor den Seelentoren der Menschen und hofft auf die Chance in die Seelen eindringen zu können. Unsere Zivilisation lädt in vielerlei Hinsicht zur Selbstentfremdung ein. Der Bezug zu den heilenden Kräften der Natur geht mehr und mehr verloren, der Bezug zum eigenen Seelenwesen fällt mehr und mehr weg und die Menschen funktionieren wie Bio-Maschinen oder Marionetten. Diese Dinge geschehen heute für alle gut sichtbar.
Es geht in erster Linie darum, sich selbst im eigenen Herzen und im eigenen Seelenraum zu finden. In zweiter Linie geht es darum, sich selbst als Lichtgestalt zur Verfügung zu stellen und der Welt zu helfen. Wer sein eigenes Licht ausser Acht lässt und sich an die Aussenwelt verliert, verliert früher oder später den Fokus der eigenen Seele. Diese Gefahr besteht heute und ist zunehmend.


Sich selbst anschauen, sich selbst wahrnehmen, dem eigenen Seelenwesen Raum geben ist unabkömmlich, um in dieser seelenlosen Welt seine Seelenkräfte zu behüten. „Denn wer sich heute vergisst, wird sich irgendeinmal nicht mehr finden.“


Die Seele des Menschen birgt ein Geheimnis, das sie verborgen in sich trägt: wer in die Tiefe des eigenen Herzens abtaucht und auf dem Grund sein Seelenherz findet, befreit sich von der Erdenschwere.


Wer kennt das nicht? Die Erdenschwere zieht uns in Form von Resignation und „ich kann jetzt dann nicht mehr“ herunter. Die Menschen werden gebunden an die Kräfte der Schwere und vermögen sich kaum mehr im Licht zu halten. Auch dieses Phänomen nimmt zu. Die Materie bindet den Menschen an die Schwere.


Wird im eigenen Herzraum das lichtvolle Seelenwesen befreit, fängt der Mensch an innerlich zu leuchten. Ein besseres Gegenmittel gegen die dunklen, herunterziehenden Kräfte gibt es nicht. Also, wecken wir unsere Seelen, öffnen wir die Herz-Fenster und lassen uns vom Licht der Göttlichkeit durchdringen. Mut, Freude und Lebensfülle sind die Folgen.


Das Hohe Selbst
Ein leuchtendes Wesen, das neben jedem Menschen geistig hergeht, ein Lichtwesen göttlicher Natur, das ist das Hohe Selbst. Das Hohe Selbst ist ein Leuchtwesen, das die Göttlichkeit in sich trägt, in die Unendlichkeit wandert und sich immer wieder mittels eines materiellen Körpers in der irdischen Welt verkörpert und diese zu durchleuchten versucht.


Vom Hohen Selbst aus „strahlen“ Botschaften zur Seele des Menschen. „Wach auf. Wir sind nicht hier, um zu verweilen. Wir wollen weiterkommen auf dem Erdenweg. Es ist noch ein weiter Weg zu gehen, bis wir wieder zu Hause sind!“ Nicht immer sind diese Botschaften beim Menschen beliebt; der Mensch fühlt sich in seiner Hingabe an die „Erden-Leidenschaft“ gestört.


Und so gibt es immer wieder unterschiedliche Standpunkte zwischen dem Hohen Selbst, das den Menschen so schnell wie möglich durch die irdischen Irrwege nach Hause ins Göttliche führen möchte und dem Menschen, der häufig keine Lust und keinen Mut hat auf die Stimme seines Inneren zu hören.
Über die Wahrnehmung der „Stimme des Inneren“ können die Menschen die Botschaften des Hohen Selbst vernehmen. Häufig aber bestehen grosse Ängste, Unsicherheiten und daraus resultierende Widerstände, dieser Stimme zu folgen. Denn eines tut die Stimme nie: sie fordert nie auf den bequemeren Weg zu gehen. Immer, und das ist das Markenzeichen des Hohen Selbst, fordert es uns zu Seelenschritten und Seelenwachstum auf.


Das Hohe Selbst zeigt sich häufig als ein unbequemer Vorwärtstreiber und seine Impulse werden von den Menschen sehr oft beiseitegeschoben, nicht nur aufgrund von Ängsten, sondern auch auf Grund von Bequemlichkeit.


Da das Ego und der Gotteskern (Hohes Selbst) nicht immer „gleicher Meinung“ sind, führt das im Menschen zu Spannungen. Diese Spannungen können sich entladen im Zusammenhang mit Schicksalsschlägen, Krankheiten oder Misserfolgen und es finden sich manchmal in den Schicksalsschlägen Spuren des Eingreifens durch das Hohe Selbst. Das Hohe Selbst will dem Menschen niemals schaden, denn es wirkt aus dem Prinzip göttlicher Liebe heraus. Es will ihn höchstens aufwecken damit er auf einem besseren Weg weitergehen kann. Das Hohe Selbst ist also in seiner Ursubstanz Licht und Liebe, vermag aber auch mit starker Hand in das menschliche Leben einzugreifen.


Das Hohe Selbst steht jenseits von moralischen Dogmen und Vorstellungen.
Es geht ihm um Erfahrungen auf dem Erdenweg, die zur Vervollkommnung der Seele führen.


Das Wirken des Hohen Selbst erkennen
Wohin lenken wir unsere Aufmerksamkeit, wenn wir dem Hohen Selbst begegnen wollen?
Auf uns selbst.
Auf das, was wir gerade sind, fühlen und wollen? Oder auf das, worauf wir zugehen, also auf unsere Ziele?
Fassen wir unsere Ziele ins Auge und versuchen wir darin das Walten des Hohen Selbst zu entdecken. Fassen wir das Ziel der Selbstliebe ins Auge und wir werden darin das Hohe Selbst erahnen.
Fassen wir unser eigenes Herz ins Auge: tief im Innersten werden wir dem Hohen Selbst gegenübertreten.


Wer aus dem Herzen heraus lebt, für den ist es tägliches Brot mit seinem Hohen Selbst zu kommunizieren. Wer seine Entscheidungen aus dem Herzen heraus fällt kann sicher sein, dass das Hohe Selbst in diesen Entscheidungen wirkt. Wer sich aber, wie heute üblich, zur Hauptsache mit seinem Kopf identifiziert, den können die Impulse des Hohen Selbst nur schwer erreichen. Die Impulse des Hohen Selbst wirken durch unser Herzen!


Das Aufgehen des Egos im Hohen Selbst
Die Hinwendung des Egos zum Hohen Selbst geschieht selten freiwillig. Das angstbesetzte Ego will häufig nichts mit dem Hohen Selbst zu tun haben.


Die Seelenprozesse, in die die Teilnehmenden des Schulungsweges zur Transformation der Seele geführt werden, führen längerfristig zur Übernahme des Egos durch das Hohe Selbst.


Das Ego erlebt diese schrittweise Übernahme als Sterben. Eine Urangst des Egos ist die Todesangst. Das Ego wird also bei der schrittweisen Hingabe an das Hohe Selbst mit tiefen Todesängsten konfrontiert. Ausdruck dieser Todesängste können starke seelische Widerstände sein, die sich auch im therapeutischen Prozess zeigen.


Das Ego, das schrittweise sterben muss, bäumt sich oftmals dagegen auf. Als inneren Beistand in diesen Prozessen können wir die erstarkte Ich-Präsenz des Menschen sehen. Diese Ich-Präsenz besitzt, wie das Ego, eine zentrierende Kraft. Beim Ego ist diese Zentrumskraft auf Angst und Überlebenswillen aufgebaut bei der Ich-Präsenz aber aus lichtvoller, ordnender und das komplexe Menschenwesen zusammenhaltender Kraft.


Dieser Ich-Kraft steht nun die Aufgabe zu dafür zu sorgen, dass das Ego, trotz Todesangst, seine Sterbeprozesse erduldet und nicht flieht.


Je grösser beim Menschen die Hingabe an die lichtvolle Präsenz des Hohen Selbst ist, umso mehr erlebt er sich durch göttliche Führung beschützt, geliebt, geführt und geborgen. Je mehr ein Mensch sich der Führung des Hohen Selbst anvertraut, umso mehr wird das Leben des Menschen in all seinen Bereichen Klärung und Durchlichtung erfahren.


Liebe Grüsse
Anita