Ressourcen und inneres Leuchten

07.07.2015

 

Es geht in der Seelenarbeit darum, das eigene innere Leuchten zu erkennen und zu entwickeln. Ist uns bewusst, dass wir leuchten? Fragen wir uns einmal, wann und wo wir uns als leuchtend erleben. Situationen, Hobbys, Tätigkeiten oder Menschen können Freude und Leuchtkraft in uns erzeugen. „Mein Herz leuchtet, wenn ich in dieser Jahreszeit draussen in der Natur die vielfältigen Farben und Formen wahrnehmen darf. Dann geht es mir einfach gut!“ Jemand anders erlebt sich als strahlend, wenn er eine bestimmte Musik hört. Nehmen wir uns in einem ruhigen Moment die Zeit nachzuspüren, welche Umstände und Erlebnisse uns selbst die meiste Freude entlocken. Entscheiden wir uns, diesen Erlebnissen in der kommenden Zeit ganz bewusst mehr Raum einzuräumen. Diese Jahreszeit eignet sich besonders gut, die eigenen Ressourcen aufzubauen, um in der absteigenden Jahreshälfte gegenüber den Herausforderungen, die mit der zunehmenden äusseren Dunkelheit an uns herankommen, gelassen zu bleiben. Das Lichtreservoir im Innern will aufgefüllt werden und schöne, nährende Erlebnisse können uns dabei unterstützen.

Es gibt leider noch so manches, was unbewältigt in unserem Leben darauf wartet, gelöst und bearbeitet zu werden. Die nötigen Ressourcen zu haben, ist eine wichtige Voraussetzung, um an den eigenen Lebensthemen tiefgreifend arbeiten zu können. Stellen wir in Gedanken eine Situation vor uns hin, die uns überfordert, uns vielleicht an die Grenze bringt und manches aussichtslos erscheinen lässt. In diesem Fall die Geduld zu bewahren und sorgfältig die Dinge auseinander zu fädeln ist eine Voraussetzung, um die schwierige Situation zu bewältigen. Wo stehe ich? Welche Themen belasten mich und führen zu Dauerstress?


Viele Menschen sind damit überfordert, sich selbst innere Klarheit zu geben, da diese Situationen häufig unübersichtlich sind: innerlich Unbewältigtes mischt sich mit äusseren Problemsituationen.

 

Hier kann die folgende Anregung eine kleine Unterstützung sein:
„Die Perlenkette auffädeln“
(Emotionen aufschreiben = auffädeln / sie werden zu Ressourcen = Perlenkette)
Wie geht das?
Man nehme das Problem, das einem zu schaffen macht als Gesamtpaket und stelle es vor sich hin. Wie fühle ich mich diesem ganzen Brocken gegenüber? Ich notiere mir alle auftauchenden Gefühle und Emotionen ohne sie zu werten. Z.B. „Es ist zum Kotzen“, „Ich fühle mich abgeschoben, nicht verstanden, überfordert etc.“

Wenn alle Gefühle/Emotionen auf dem Papier stehen, kreiere ich eine Vision. „Wie möchte ich denn, dass ich mich gegenüber dem Problembrocken fühle?“ Diese Formulierungen bewegen sich im positiven Bereich: z.B. entspannt, gelassen, zufrieden trotz Problem, zuversichtlich, die Situation annehmend etc.

 

Als Drittes male ich eine liegende 8. In den einen Kreis schreibe ich alle vorher notierten Gefühle, die aus der belasteten Situation entstanden sind, in den anderen die positiven Gefühle, die ich gerne gegenüber der ungelösten Situation haben möchte. Um die liegende 8 male ich einen Kreis mit einer Farbe, die Kraft für mich zum Ausdruck bringt.

 

Das Ganze betrachte ich, bevor ich mit dem Gedanken im Herzen einschlafe: „Ich darf die emotionale Ladung gegenüber diesem Problem vollständig loslassen“.

 

Wird dies über eine Zeitlang vor dem Schlafen wiederholt, fühlt sich das Problem leichter an, auch wenn im Aussen noch keine Lösung gefunden wurde. Manche Problemthemen nagen über längere Zeit an uns. Mit Hilfe der Übung „die Perlenkette auffädeln“ gelingt es, gegenüber diesen noch ungelösten Themen, eine innere Gelassenheit aufzubauen.

Diese innere Gelassenheit ist ein Boden, um längerfristig unsere „Brocken“ transformieren zu können.

 

Herzlichst

Anita