Liebevoll mit den eigenen Grenzen umgehen - umarme dein "Lebens-Nein"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich gehöre zu den Menschen, die sich nicht gerne auf Grenzen oder Begrenzungen einlassen; nach Ungebundenheit und Freiheit zu streben liegt mir näher. (Ich habe meine Sonne im Tierkreis Wassermann.)

 

Doch hier auf der Erde, inkarniert in einen physischen Körper, gehört der Umgang mit Grenzen und Begrenzungen zu unseren täglichen Erfahrungen.

Wir sind konfrontiert mit der Materie, die unser seelisch-geistiges Wesen begrenzt. Die Festigkeit der Materie ermöglicht uns die Erfahrung des Anstossens. An Grenzen zu stossen und mit Begrenzungen konfrontiert zu sein, mag unangenehm sein, dient aber auch dazu, uns aufzuwecken.

 

Wir können die uns vertrauten Bewusstseinszustände „Schlafen“, „Träumen“ und „Wachen“ im übertragenen Sinn auch auf unsere Seele beziehen. „Schlafend“ sind wir, wenn wir wesentliche Dinge des Lebens nicht erkennen und darüber hinweggehen, „träumend“, wenn uns Geschehnisse nur zum Teil bewusst sind und als „wach“ oder „erwacht“ können wir uns bezeichnen, wenn wir uns unserer wahren göttlichen Natur bewusst sind.

 

Gegenüber den Erdenerfahrungen sind wir herausgefordert uns zu entwickeln.

Durch die Erfahrung des Anstossens an Grenzen, auch der eigenen, dürfen wir immer mehr innerlich aufwachen, wachsen und uns schrittweise unserer wahren göttlichen Natur bewusst werden.

 

 

Das Erdendasein verneinen

 

Manche Menschen haben Mühe, die Begrenzungen, die mit dem Erdendasein verbunden sind, zu akzeptieren. Sie empfinden es als Last, in einem Körper „gefangen“ zu sein und möchten viel lieber „fliegen“, „abheben“ oder „schweben“ und sich so der Erdenschwere entziehen.

 

Das „Sich Aufbäumen“ gegen die Enge der Erdenerfahrung kenne ich von mir selbst und es begegnet mir immer wieder aufs Neue in meiner therapeutischen Tätigkeit mit Menschen.

 

Manche von uns haben eine sehr grosse Sehnsucht, der Erde zu entfliehen. Hinter dem Konsum von Rauschmitteln, hinter exzessiven Verhalten und dem Wunsch sich zu verlieren (in der Sucht, in der Sexualität, in Träumereien, im starken Fernsehkonsum, im Tanzen etc.) versteckt sich oftmals die Sehnsucht, sich von der begrenzenden Erdensphäre befreien zu können.

 

„Ich will nicht auf der Erde sein; ich will das Ganze endlich hinter mir haben!“ Solche und ähnliche Aussagen begegnen mir häufig in meiner Praxis.

Es ist heilsam, wenn diese innere Stimme im therapeutischen Kontext Raum bekommt und sich zeigen darf. So kann sie liebevoll beantwortet und nach und nach in ein positives „Lebens-Ja“ umgewandelt werden.

 

Hinter der Erden-Verneinung verbirgt sich häufig eine tiefe Lebensmüdigkeit, die ebenfalls liebevoll wahrgenommen und transformiert werden möchte.

 

Oftmals sind es Traumas aus früheren Leben, die zu dieser Weltflucht führen. Durch die Aufarbeitung derselben können wir unsere Haltung verändern und wieder „Ja“ zur Erde und zu den Anforderungen, die sie an uns stellt, sagen.

 

Das Schöne dabei ist: die positive Hinwendung und ein klares „Ja“ zum Erdendasein, schenken uns innere Ruhe, Zentrierung, Verankerung und neue Kraft.

 

Ich selbst bin mit einem dicken, fetten „Lebens-Nein“ auf die Erde gekommen. Rückblickend kann ich heute  sagen, dass mir dieses “Nein“ immer wieder im Weg stand, wenn es darum ging, mich zu entfalten.

 

Das „Erden-Nein“ ist mir durch meine eigenen therapeutischen Prozesse bewusst geworden und ich konnte es zu  einem grossen Teil umwandeln. Heute bin ich gerne hier auf der Erde, lebe mehr im Hier und Jetzt und freue mich auf all die Erfahrungen, die ich noch machen darf.

 

Die Sehnsucht nach anderen, heileren und himmlischeren Welten, ein Ausdruck meiner Weltflucht, konnte ich vollständig loslassen.

Seit kurzem geniesse ich es auch mehr, mich bewusst mit der Mutter Erde zu verbinden und mich in ihre Energie hineinsinken zu lassen.

 

Gehörst du auch zu den Menschen, die ein „Lebens-Nein“ in sich tragen und mit ihrer Lebensmüdigkeit konfrontiert werden? Ich lade dich ein, dich liebevoll auf diese Energie einzulassen, ihr Raum zu geben und verständnisvoll mit ihr in Kontakt zu treten.

 

Stelle dir vor, du wärst eine Mutter und würdest liebevoll mit deinem traurigen Kind sprechen. Dann werden dir die richtigen Worte einfallen, um den Teil in dir, von dem dieses „Nein“ ausgeht, zu trösten.

 

Die Liebe besitzt die grösste transformierende Kraft. Liebe und umarme dein „Lebens- Nein“, um es nach und nach verwandeln und loslassen zu können.

 

 

Der Körper, die natürliche Grenze

 

Viele Menschen, die unbewusst oder bewusst das Leben verneinen sind auf Kriegsfuss mit ihrem Körper. Die Versöhnung mit der Erde beinhaltet auch die Versöhnung mit dem eigenen Körper.

 

Wenn wir lernen, zu unserem Körper bewusst „Ja“ zu sagen, kann eine liebevolle Verbindung zwischen Geist, Seele und Körper entstehen und vieles darf geheilt werden.

 

Eine kleine Anregung für dich: du kannst dich entspannt hinlegen, dich sanft mit deinem Atemrhythmus verbinden und immer wieder „Ja“ zu deinem Körper sagen. Gib dabei den auftauchenden Gefühlen und Körperempfindungen Raum und lasse deinen Atem zu ihnen hinfliessen, damit sie transformiert werden können.

 

 

„Ja“ sagen zu den Begrenzungen des Erdendaseins

 

Wenn wir „Ja“ zu den unabänderlichen Begrenzungen des Erdendaseins sagen, wenn wir uns tief hineinsinken lassen in das Erdendasein und zulassen, dass ein inniges Verschmelzen mit den Erdkräften geschieht, entsteht eine wirkliche Befreiung der Seele. Die Menschen, die die Sehnsucht kennen, sich von der Erdenschwere befreien zu wollen, haben die Illusion, es ginge ihnen besser, wenn sie die Erdbegrenzung hinter sich lassen könnten.

 

Verbinden wir uns liebevoll mit dem Erdzentrum und erleben wir dabei wie innerer Halt, innere Ruhe und Zentrierung entstehhen. Die wahre Befreiung ist nicht in der Erdenflucht zu suchen, sondern in der Versöhnung mit der Erde.

 

Wenn wir „Ja“ zu den Grenzen sagen, die wir täglich auf der Erde erleben, dürfen wir diese längerfristig gesehen transformieren und wir  erleben, dass sich diese Grenzen ausdehnen und aufweichen.

 

 

Was begrenzt dich unangenehm in deinem Leben?

 

Welche Umstände, Menschen und Themen geben dir ein Gefühl von Einengung?

 

Welche Grenzen möchtest du transformieren und die dahinterliegenden grösseren Räume betreten?

 

Wir können das Erforschen und Transformieren von Grenzen in unserem Leben als Abenteuer sehen. Hinter jeder Grenze befindet sich ein Geheimnis, etwas, dass wir noch nicht kennen. Neuland!

 

 

Die eigenen Grenzen respektieren

 

Wenn wir lernen wollen, liebevoll mit unseren Grenzen umzugehen, kommen wir nicht umhin, uns selbst besser kennenzulernen.

 

„Was tut mir wirklich gut? Was schadet mir? Was sind meine wahren Bedürfnisse?“

 

Indem wir unsere Bedürfnisse ernst nehmen und uns liebevoll um uns kümmern, stärken wir unseren Eigenraum und damit auch die gesunden Grenzen nach aussen.

 

Mit der Frage: „Womit fühle ich mich wohl und was tut mir gut?“ können wir unsere Grenzen liebevoll erforschen.

 

Wenn wir uns wohl fühlen, sind wir im Einklang mit uns selbst und mit dem, was jetzt ist. Wir fühlen uns wohl in unserer Haut-, die die körperliche Grenze zu Aussenwelt ist.

 

Indem wir sorgfältig darauf achten, niemals über unsere Grenzen zu gehen, werden uns unsere Grenzen Kraft und Halt geben. Gehen wir aber lieblos mit unseren Grenzen um und übergehen sie immer wieder, werden wir mit Gefühlen der Überforderung konfrontiert. Manchen Menschen mag es gelingen, diese Gefühle eine Zeitlang zu unterdrücken, aber es wird der Moment kommen, wo diese Gefühle so „laut“ in uns werden, dass wir nicht mehr wegsehen können (Burnout).

 

Wann immer wir unsere Grenzen achtlos übergehen, verletzen und schwächen wir uns selbst. Schwache eigene Grenzen führen dazu, dass wir uns mit der Zeit ausgezehrt und freudlos fühlen. Starke eigene Grenzen schenken uns Kraft, Lebensenergie, Lebensfreude und Lebensmut.

 

Mein Leben entspricht heute weitgehend meinen Bedürfnissen. Zum Beispiel habe ich das Bedürfnis viel Zeit und Ruhe für mich zu haben. Viele Menschen kennen den Luxus, Raum für sich selbst und die auftauchenden Impulse zu haben, nur aus ihren Ferien. Das heutige Berufsleben fordert im Allgemeinen von den Menschen, dass sie über ihre Grenzen gehen. Es werden hohe Leistungen erwartet. Die Menschen fühlen sich unter Druck, haben Angst um ihren Arbeitsplatz und um ihre Existenz. In diesem Umfeld ist es sehr schwer und eine grosse Herausforderung liebevoll mit den eigenen Grenzen  umzugehen.

 

 

Freundschaft“ mit den eigenen Grenzen

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Grenzen meine Freunde sein können. Wo ich früher über meine Grenzen gegangen bin, sage ich heute viel schneller „Stopp!“. I

 

Ich sage „Stopp!“ zu den Forderungen, die ich an mich selbst habe und ich sage „Stopp!“ zu den Ansprüchen der Aussenwelt. „Stopp, nein, jetzt nicht! Dies tut mir im Moment nicht gut! Morgen können wir wieder telefonieren, doch heute benötige ich Ruhe.“

 

„Ja“ sagen zu den eigenen Grenzen und dies nach aussen zu signalisieren, heisst im Grunde genommen nichts anderes, als sich selbst ernst zu nehmen. Manche Menschen verletzen sich selbst beständig, indem sie die Bedürfnisse der anderen wichtiger nehmen als die eigenen.

 

Wenn wir mit unseren Grenzen liebevoll umgehen, sie ernst nehmen und sie nach aussen vertreten, gewinnen wir einen Zuwachs an Kraft.

 

Grenzen geben Schutz und Halt

 

Welche Grenzen geben dir Schutz?

 

Welche Grenzen geben dir Halt und Orientierung?

 

Sind deine Grenzen stark und klar genug?

 

Vielleicht macht es für dich Sinn, dir in einer stillen Minute Gedanken darüber zu machen, welche Grenzen dir hilfreich sind.

 

Den Grenzen, die uns schützen und Halt zu geben, dürfen wir „Danke“ sagen.

 

 

Alte Selbstbegrenzungen hinter sich lassen

 

Es gibt Selbstbegrenzungen, die unsere Entfaltung behindern. Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensmuster mit denen wir uns selbst klein machen gehören dazu. Diese dürfen wir nach und nach überwinden, auflösen und loslassen.

 

Wir sind Wesen, die mit der Unendlichkeit verbunden sind. Sich bewusst auf diesen Raum zu beziehen gibt uns ein Gefühl von Weite und Freiheit.  

 

In der Trance, in der Meditation und wenn wir uns der Freude hingeben, können wir unsere Grenzen ausdehnen. Indem wir uns in der Meditation mit dem Transzendenten verbinden, fliessen uns aus diesem Raum Kräfte zu, die uns helfen unser Leben und unsere Begrenzungen zu transformieren.

 

Immer wenn wir uns diesem in meinen Augen „heiligen“ Raum vertrauensvoll öffnen, werden wir daran erinnert, dass wir grenzenlose Wesen sind.

 

Es ist heilsam, wohltuend und stärkend, regelmässig die Erfahrung der Grenzenlosigkeit unserer Seele zu machen.

 

Lasst uns aber auch unsere Grenzen lieben! Die uns einengenden Begrenzungen dürfen wir nach und nach verwandeln und die uns Schutz, Halt und Orientierung gebenden Grenzen dürfen wir liebevoll aufsuchen.

 

Grenzen helfen uns, immer mehr zu erfahren, wer wir sind und wer wir nicht sind.

 

Im Frühling 2017 beginnt das Seminar "Königsselbst". Es ist für Menschen, die an ihrem Selsbstvertrauen, ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Selbstsicherheit und ihrem Selbstwert arbeiten wollen.